Beschreibung
Los Angeles 1938
Marlowe misstraut dem millionenschweren alten Patriarchen, dessen verschwundene Erbin er suchen soll. Kann sein, dass das seine Prioritäten ein bisschen verzerrt. Aber irgendwie muss auch die Miete reinkommen.
Illusionen abgeneigt, Leere in der Tasche, Neugier im Herzen: Philip Marlowe, Inbegriff und Ursprung des hartgesottenen Detektivs, auferstanden dank der genialen Noir-Autorin Denise Mina, sucht im L. A. der Hütten und Paläste nach einer Wahrheit, mit der er leben kann.
Vorwort der Herausgeberin
Überraschung – ein echter Marlowe aus schottischer Feder! Die Glasgower Noir-Queen Denise Mina ist auf Chandlers Spuren gewandelt und hat ein mitreißendes Pastiche erschaffen: Die große Hitze spielt originalgetreu im Los Angeles der ausklingenden 1930er Jahre.
Es macht glücklich, Philip Marlowe durch seine Stadt und seine Zeit zu begleiten, den Privatschnüffler mit dem unbestechlichen Blick und der trockenen Schlagfertigkeit. Als Sahnehäubchen gibt es ein Wiedersehen mit Anne Riordan, die Marlowe vor 83 Jahren in Lebwohl, mein Liebling über den Weg lief – herrlich, wie es knistert, wenn die beiden im selben Raum sind. Herrlich auch, wie dieser Marlowe mühelose Millionäre verabscheut und mit Randständigen sympathisiert. Er bleibt sich treu, der einsame Detektiv, der am Abgrund sozialer Klüfte balanciert wie an den Klippen der kalifornischen Canyons. Der junge Kritiker Nate Rogers feierte unlängst in der Los Angeles Times »Chandlers meisterhafte Balance zwischen Pulp-Lesbarkeit und literarischer Sensibilität … Seine geistreiche Bildsprache und anmutige Prosa hat für den möglichen intellektuellen Wert von Kriminalliteratur mehr Empfänglichkeit geweckt als jedes andere Werk.«
Wunderschön an diesem milieusatten Roman ist Minas spürbarer Respekt vor dem Original, ihre Liebe zu der ikonischen Figur, ihre Eleganz im Jonglieren mit Lokal- und Zeitkolorit. Chandler schrieb mal in einem Essay über Kriminalliteratur: »Es gibt keine lebenswichtigen oder ausschlaggebenden Kunstformen, es gibt bloß Kunst, und davon elend wenig.« Die große Hitze wird dieser Maxime gerecht – auch die Kunst sowie das Geschäft damit bekommen ihr Fett weg bei dieser vielfältig sinnlichen Zeitreise, die zugleich ein Krimi und eine Es-war-einmal-in-Amerika-Geschichte ist. Ich wünsche genüssliche Lektüre.
Else Laudan
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