Aktuelle Veranstaltungen zu Krimis & Romanen
Zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein: Krimifestival in Moers (12. – 15. März)
Moers, 15. März
»Women in Crime«
Gespräch & Lesungen mit Noemi Harnickell, Else Laudan & Justine Pust
Gesprächsleitung: Rita Mielke
Frauen spielen im Krimi-Genre seit langem eine gewichtige Rolle: Sie sind Autorinnen, aber auch Ermittlerinnen, Opfer – und Täterinnen. In den vergangenen Jahren haben sich Sichtweisen und weibliches Personal im Kriminalroman weiter entwickelt, werden traditionelle Rollenbilder häufiger hinterfragt und Lebensrealitäten von Frauen in den Mittelpunkt gerückt. Über dieses Thema wollen wir mit 3 Frauen ins Gespräch kommen, die ganz unterschiedliche Positionen einbringen können:
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Noemi Harnickell (Journalistin und Autorin)
1992 in Bern geboren, Autorin und Journalistin, beschäftigt sich mit giftigen Pflanzen, einem englischen „poison garden“ und berühmten oder vergessenen Giftmörder:innen. -
Else Laudan (Verlegerin, Herausgeberin, Übersetzerin)
1963 in Berlin geboren, Herausgeberin der legendären Ariadne-Krimis, die in den 1980er Jahren die reine Krimi-Männerdomäne aufbrachen, engagiert sich für feministischen Realismus im Krimigenre (Ehrenglauser 2026). -
Justine Pust (Sozialarbeiterin und Autorin)
steht für das extrem erfolgreiche junge New-Adult-Genre. Über ihre Lieblingsbücher, das Schreiben und Mental Health berichtet sie auf Social Media unter @justinepust.
LEIPZIGER BUCHMESSE 2026
Wir sind Teil von Verlage gegen Rechts. Sämtliche Verlage-gegen-Rechts-Panels auf der Leipziger Buchmesse hier: verlagegegenrechts.de/veranstaltungen
Unser kleiner Eckstand in Halle 5 ist H413, kommt gern vorbei!
Veranstaltungen & Panels im Überblick:
DO. 19. MÄRZ: Forum Wortwelten (Halle 2, F606)
Broilerkomplott
Tödliche Machenschaften — Klimaaktivismus, Fleischkonsum, Provinzödnis
DO. 19. MÄRZ: #buchbar (Halle 4, F200)
Gespräch/Interview 13:30 – 14:55 h
Vorhang auf für Debütant:innen!
Debüt-Autor:innen im Rampenlicht: neue Stimmen, neue Ideen. Mit dabei: Ariadne-Autorin Anna Mai (Debüt: Broilerkomplott, 2025). Ein Format der #buchbar, mit 5 Debüt-Autor*innen
FR. 20. MÄRZ: Forum Die UNABHÄNGIGEN (Halle 5, H313)
15:30 – 16:00
Zeitschriften machen
Zeitschriften machen – für Literatur (metamorphosen 65) oder für marxistische Analyse (Das Argument 344): Ingo Držečnik (Elfenbein) und Lukas Meisner (Argument) holen gerade Traditionspublikationen in die Zukunft. Was für Aufgaben haben Zeitschriften heute, wie lassen sie sich verjüngen und relevant machen?
Argument mit Ariadne (Zeitschrift DAS ARGUMENT) und Elfenbein Verlag (Zeitschrift metamorphosen)
Ingo Držečnik (Elfenbein)
Lukas Meisner (Hg. DAS ARGUMENT)
Moderation: Carolin Callies
Sa. 21. März: Forum Globale Perspektiven (Halle 4, E303)
13:00 – 14:00 Uhr
Was fehlt – Eksik Olan Ne – What’s Missing
Live-Performance auf Deutsch, Englisch und Türkisch, danach Podiumsdiskussion
1983 stürzte sich der junge türkische Aktivist Cemal Kemal Altun nach monatelangem Kampf gegen seine Abschiebung aus dem Fenster des Gerichtsgebäudes. Seine Familie erfuhr vor laufender Kamera von seinem Tod. Inmitten der heftigen politischen Reaktionen entschied sich die indischstämmige Journalistin Navina Sundaram, statt vorbereiteter Interviews diese Aufnahmen zu zeigen. Daraus wurde ein Medienskandal, der dunkelste Moment ihrer Karriere – und im Archiv des Senders klafft nun eine unkommentierte Lücke.
Die Autorin und Filmemacherin Merle Kröger rekonstruiert diese Geschichte und lenkt den Blick auf das, was fehlt. Entstanden ist so ein mitreißender mehrstimmiger Beitrag zur Erzählung von Weltgeschehen, Wahrheit und Verschwiegenem. Was ist journalistische Ehrlichkeit? Wer kommt zu Wort – und wer nicht? Es geht um xenophobe Rhetorik und Menschenbild, um Pietät in der Berichterstattung und eine Frau am Pranger, um Rassismus und Politik, Wahrnehmung und Unsichtbarkeit.
Verlage gegen Rechts & Argument Verlag
Moderation: Else Laudan (Argument Verlag mit Ariadne)
Sa 21. März: Forum Sachbuch: Wissen
15:00 – 16:00
Rechtes Verlegen & Publizieren aufdecken
Podiumsgespräch zum Erkennen von und Umgang mit (extrem) rechtem Publizieren
Mit Laila Riedmiller, Unrast Verlag und Antifa Zeitenwechsel; Moderation: Else Laudan
Für die intellektuellen Teile der (extremen) Rechten ist Publizieren ein zentrales Agitationsfeld, mit eigenen Verlagen und Publikationen werden unterschiedliche Zielgruppen umworben. Zugleich sind menschenfeindliche Einstellungen gesamtgesellschaftlich verbreitet, daran docken Rechtspopulisten und intellektuelle Rechte an, platzieren auch in Publikumsverlagen und überregionalen Zeitungen ihre Inhalte. Ihr Ziel ist eine Diskursverschiebung, um den gesellschaftlichen Umsturz geistig vorzubereiten und extrem rechte Ideologie zu normalisieren. Das zeigt sich exemplarisch auch an der rechten Buchmesse Seitenwechsel im Herbst 2025 in Halle. Angesichts der zunehmenden Akzeptanz extrem rechter und autoritärer Positionen und der zentralen Stellung, die die Publikationslandschaft im extrem rechten Kulturkampf einnimmt, muss sich die Buch- und Verlagsbranche kritisch mit diesen Strategien befassen, muss sich gut informieren, um sie erkennen und ihnen begegnen zu können. Verlage gegen Rechts bringt dafür den Kompass Rechtes Verlegen Aufdecken heraus, als barrierearmen Einstieg ins Thema und um Menschen aus der Buch- und Verlagsbranche zu unterstützen.
Beim Podiumsgespräch werden verlegerische, aktivistische und wissenschaftliche Perspektiven zusammengebracht, um über extrem rechte Publikationsstrategien, den kritischen Umgang mit diesen und mögliche Widerstandspraktiken zu sprechen.
Die Zeiten sind schwer für alle unabhängigen Verlage –
bitte lest unsere guten Bücher. Danke.
Die alten Branchenstrukturen lösen sich auf. Immer mehr Buchläden geben auf, Auslieferungen gehen ein, Barsortimente knirschen. Dazu kommt immer weniger Medienplatz für Bücher, Sender streichen Literatursendungen, Kolumnen werden gekippt. Die Sichtbarkeit schwindet. Derweil steigen die Produktionskosten. Gesellschaftlich und kulturell brauchen wir die Vielfalt unabhängiger Verlage dringend. Aber immer mehr Projekte schaffen es nur noch mit Crowdfunding, andere verschwinden.
Ausgewählte Berichterstattung & Statements zur Krise der Buchbranche (Stand Herbst 2024):
— Verlage sind systemrelevant (FAZ-Gastbeitrag von Katharina Meyer)
— Buchbranche in der Krise: WOXX (Interview mit Edition Nautilus u.a.)
— Matthias Landwehrs starke Replik auf Tom Kraushaar in der FAZ (leider Paywall)
— Bericht im Hamburg Journal (Video, NDR Mediathek)
