Aktuelle Veranstaltungen Wissenschaft
Gramsci-Veranstaltung an der Humboldt-Uni Berlin am 21.5.2026
100 Years of Gramsci’s Prison Letters and Notebooks: Fascism Now and Then, Here and There
21.05.2026, 14.30-19:15h: Lecture Hall 207, Dorotheenstraße 26, 10117 Berlin
Please join us for an afternoon of talks and discussion marking 100 years since Antonio Gramsci’s imprisonment by the Italian fascist regime and the beginnings of his Prison Letters and Notebooks. Combining philosophical critique with historical reflection and political analysis, these writings offer a profound account of politics, economics, and culture, while also engaging the lived and embodied experience of Gramsci’s imprisonment.
Gramsci’s work has since been interpreted, expanded, and contested across a wide range of contexts, particularly in moments marked by authoritarian resurgence and global transformations of capitalism. A century later, we return to these seminal texts to ask: how do they relate to their historical context and to contemporary analyses of fascism? How can Gramsci’s concepts—such as hegemony, passive revolution, and internationalism—help us understand current political developments? And how relevant are his reflections today in light of new forms of authoritarianism and their entanglements with global capitalism?
Registration: shk.theorie.politik[at]hu-berlin.de or here.
Program:
14.30: Opening
14.45-15.30: Ursula Apitzsch: Gramsci’s „many prisons“. Rethinking Gramsci 100 years after his imprisonment
Moderation: Jeanette Ehrmann
15.30-16.15: Neelam Srivastava: Internationalism, imperialism and emigration in Gramsci’s Notebooks
Moderation: Christian Volk
16.15-16.30: Coffee break
16.30-17.15: Sandro Mezzadra: Fascism as a passive revolution? Gramsci and us
Moderation: Liesbeth Schoonheim
17.15-17.30: Coffee break
17.30-18.15: Saskia Kroonenberg: Gramsci’s body in prison
18.15-19.00: Roundtable discussion with Ursula Apitzsch, Neelam Srivastava, Sandro Mezzadra and Saskia Kroonenberg
Moderation: Jeanette Ehrmann and Liesbeth Schoonheim
19.00-19.15: Concluding words
XXVIII. Internationale InkriT-Tagung
Das Berliner Institut für kritische Theorie (InkriT) lädt ein zu seiner Jahrestagung in Kooperation mit dem Zentrum für Gesellschaftsanalyse und politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung
14. Mai bis 17. Mai 2026 im ver.di-Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg (Berlin-Wannsee)
Dachthema: Konkrete Analyse der konkreten Situation: Wie denken wir den notwendigen Antifaschismus unserer Zeit – und seine Widersprüche?
Geplant sind Vorträge und Diskussionen zum Dachthema mit Mario Candeias (Berlin), Frank Deppe (Marburg)*, Klaus Dörre (Jena & Kassel), Wolfgang Fritz Haug (Esslingen & Los Quemados), Ralf Hoffrogge (Berlin)*, Jan Rehmann (New York/Berlin), Daphne Weber (Berlin) und anderen. Die Liste der Referenten und Referentinnen wird weiter ergänzt. (* = angefragt)
Wo die Faschisierungstendenzen der Gegenwart allein als Abweichung von demokratisch-rechtsstaatlichen Verhältnissen oder als moralischer Skandal behandelt werden, droht Antifaschismus »hilflos« zu bleiben und zur Phrase zu werden. Denn der Faschismus ist kein der bürgerlichen Ordnung Äußeres, sondern eine ihr stets innewohnende Möglichkeit. Ein handlungsfähiger Antifaschismus, so wie er heute notwendig ist, basiert auf konkreter Analyse der konkreten Situation.
Die westliche Führungsmacht USA drückt in ihrer globalen Einflusssphäre der Gegenwart den Stempel auf: Repression und administrative Gewalt werden zu immer alltäglicheren Mitteln der Politik. Sozial- und rechtsstaatliche Garantien fallen der zum Symbol gewordenen »Kettensäge« zum Opfer, Einrichtungen des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens, der Justizbehörden und der internationalen Solidarität werden systematisch zerstört. Auf den Straßen der US-Metropolen agieren ICE-Paramilitärs als »Trumps moderne Gestapo«, klagt der demokratische Gouverneur von Minnesota, Tim Walz; dissidente Stimmen aus Kultur und Wissenschaft werden mundtot gemacht, liberale Universitäten finanziell und administrativ zur Unterwerfung gezwungen, kritische Medien auf Linie gebracht. Im Verhältnis zur Welt regiert ein ungeschminktes »America First«: als aggressiver Imperialismus, der ökonomische und geopolitische Interessen rücksichtslos verfolgt und auf liberale Selbstrechtfertigungen verzichtet. Zur konkreten Situation gehört auch, dass eine Handvoll Tech-Milliardäre für sich und ihre undurchsichtigen Aktivitäten die völlige Freiheit von staatlicher Kontrolle verlangen, sich umgekehrt aber unentbehrlich machen, etwa mittels Überwachungstechnologien, die heute schon in der Jagd auf Migrantinnen und Migranten oder bei der militärischen Zielbestimmung von zu liquidierenden Gegnern zum Einsatz kommen. Man sei, so der Historiker Adam Tooze, »an einem Punkt, an dem faschistoide Elemente in der us-amerikanischen Gesellschaft und Politik autoritäre, squadrismo-ähnliche Werte vertreten«.
Auch hierzulande scheinen die Zeichen der Zeit auf eine beginnende Faschisierung als Übergang zu direkter Herrschaft hinzudeuten: Bei den kommenden Landtagswahlen drohen AfD-Mehrheiten. Meinungskorridore verengen sich. Grenzregime werden immer stärker militarisiert. Nicht ums mensch(heit)liche Miteinander geht es, sondern um Abschottung und Hochrüstung zur Kriegstüchtigkeit.
Wie sind diese Faschisierungstendenzen mit der hochtechnologischen Produktionsweise vermittelt? Welche Veränderungen vollziehen sich in den Herrschaftsapparaten? Wer sind die handelnden Subjekte? Und wie kann ein kritischer Antifaschismus liberale Freiheiten und soziale Errungenschaften verteidigen, ohne den Sozialdarwinismus der Konkurrenz und das Recht des Stärkeren zu affirmieren? Welche Bündnisse sind möglich, ohne die eigene Kapitalismuskritik preiszugeben?
http://www.inkrit.org/neuinkrit/index.php/de/tagungen/tagungen-aktuelle-tagung
Anmeldung hier: http://www.inkrit.org/neuinkrit/mediadaten/pdf/Anmeldeformular-InkriT-2026-2.docx
Noch online nach-sehbar:
https://www.youtube.com/watch?v=KPX0AGAdWFc
Aufzeichnung vom politisch-literarischen Quartett in WIEN
(Aktionstage Politische Bildung Mai 2022)
Ilker Ataç empfiehlt Vertrauter Fremder von Stuart Hall im politisch-literarischen Quartett.
Das politisch-literarische Quartett: Vier „Berufsleser*innen“ stellen vier Bücher aus verschiedenen Sparten der politischen Literatur vor. Hauptthesen, Bezug zur politischen Bildung sowie sachliche Kritik bilden die Eckpunkte der jeweiligen Buchbesprechung, welche durch die Diskussion der Referent*innen fortgesetzt und durch Wortmeldungen des Publikums inhaltlich vertieft wird. Das politisch-literarische Quartett will aktuelle politische Bücher ebenso „spielerisch“ vermitteln wie die berühmten „ungelesenen Klassiker“. Am 5. Mai 2022 fand das Quartett in Kooperation mit den Stadt Wien-Büchereien / Zweigstelle Bücherei Wieden im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung 2022 statt.
Das Quartett:
Sabine Aydt (freie Wissenschafterin und Vortragende) – Asal Dardan: Betrachtungen einer Barbarin.
Melinda Tamás (Trainerin, Forscherin, Lehrende für politische Bildung) – Masha Gessen: Leben mit Exil. Über Migration sprechen.
Ilker Ataç (Politikwissenschafter, Hochschule Fulda und Uni Wien) – Stuart Hall: Vertrauter Fremder. Ein Leben zwischen zwei Inseln.
Hakan Gürses (Moderation / Philosoph, wissenschaftlicher Leiter der ÖGPB) – Eva Menasse: Dunkelblum.
Mehr Infos hier: https://www.politischebildung.at/bildungsangebote/das-politisch-literarische-quartett/
Zur Taschenbuchausgabe von Stuart Halls Autobiographie geht es hier: Stuart Hall: Vertrauter Fremder
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