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Karl Schmückle

 

NEU im Mai 2014
Karl Schmückle
Begegnungen mit Don Quijote
Ausgewählte Schriften
Herausgegeben von Werner Röhr
Berliner Beiträge zur kritischen Theorie Band 17 ISBN 978-3-86754-103-9 • 436 Seiten • 46 €
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Die Ausgabe umfasst die wichtigsten philosophischen, historiographischen und literatur-kritischen Schriften von Karl Schmückle aus den Jahren 1923 bis 1936. Mit Ausnahme seiner hier erstmals publizierten Dissertation »Logisch-historische Elemente der Utopie« entstanden die philosophischen Texte im Zusammenhang mit seiner Arbeit am Marx-Engels-Institut in Moskau, wo er unter David Rjazanov für die erste MEGA die Schriften von Marx bis 1848 entzifferte, redigierte und edierte. So untersuchte er Knotenpunkte der theoretischen Entwicklung von Karl Marx in einem großen Artikel »Der junge Marx und die bürgerliche Gesellschaft«. Schmückle war ein exzellenter Kenner der damals erstmals veröffentlichten Werke Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844 von Marx und Die Deutsche Ideologie von Marx und Engels. Seine literaturkritischen Arbeiten schrieb Schmückle als Redakteur der Zeitschrift Internationale Literatur in Moskau. Sie widmeten sich Bündnispartnern gegen den Faschismus wie Heinrich Mann und Lion Feuchtwanger sowie den Werken sozialistischer Autoren wie Kisch oder Seghers. Den Gipfelpunkt seiner Kritiken bilden seine Texte über Cervantes' Don Quijote von 1936. Schmückles eigenständiger, innerhalb der vorliegenden Interpretationen einmaliger Ansatz hat bis heute nichts von seiner Erklärungskraft verloren.

Karl Schmückle (1898–1938) studierte zunächst in Tübingen evangelische Theologie und Philosophie, dann Nationalökonomie an der Berliner Universität und in Jena. Er wurde 1919 Mitglied der KPD und promovierte 1923. Auf Empfehlung der Zentrale der KPD und des Instituts für Sozialforschung (Felix Weil) ging Schmückle 1925 nach Moskau zu David -Rjazanov ans Marx-Engels-Institut und wurde 1926 Mitglied der KPdSU. Sein Arbeitsschwerpunkt war die Marx-Engels-Gesamtausgabe, in erster Linie die Edition der Frühschriften von Marx, weiterhin des Briefwechsels von Marx und Engels und der Arbeiten zum Kapital. Neben seinen Forschungen übersetzte er Werke von Plechanow und Lenin. Er war Leiter der Deutschen Gruppe in der Redaktionsabteilung der MEGA. 1929 erhielt er eine Parteirüge wegen »versöhnlerischer Ansichten«. 1931 wurde auf Befehl Stalins das Marx-Engels-Institut geschlossen und Schmückle ebenso wie Rjazanov und weitere Mitarbeiter entlassen. In den nächsten Jahren war Schmückle u. a. Redakteur der Zeitschrift Internationale Literatur. 1937 wurde er als ›Trotzkist‹ verhaftet, 1938 zum Tode verurteilt und in der Nähe von Moskau erschossen.

Werner Röhr (*1941) gab 1981 mit Simone Barck »Der Herren eigner Geist«, Ausgewählte Schriften von Hans Günther (1899–1938), im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar heraus.

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