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Argument Sonderband Neue Folge


 

 

Ingo Schneider/Martin Sexl(Hg.)

Das Unbehagen an der Kultur

Argument Sonderband Neue Folge AS 318
ISBN 978-3-86754-318-7
19 €

   

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(jederzeit widerrufbar)

Die fatale Unschärfe des aktuellen Kulturbegriffs

Der Kulturbegriff, in den Geisteswissenschaften längst zum Leitkonzept geworden und in öffentlichen Diskursen zunehmend infl ationär verwendet, ist unscharf. Kultur kann singuläre Praxis sein, Handlung oder Produkt oder wie im bildungs bürgerlichen Programm Abgrenzung von einem »kulturlosen« Zustand. Immer noch, sogar verstärkt greifen kulturalistische Konzepte um sich, die Kultur als Bündel von Eigenschaften defi nieren, durch die sich die Mitglieder einer Gruppe auszeichnen und von anderen Menschen unterscheiden, die anderen Gruppen, anderen »Kulturen« angehören. Aus diesem kulturalistischen Kulturbegriff, der die Gesellschaft anhand von Identität und Differenz organisiert, lässt sich politisches Kapital schlagen. Das titelgebende Unbehagen entzündet sich an zwei parallelen Entwicklungen: der anhaltenden Konjunktur unterschiedlicher Kulturkonzepte in aktuellen (gesellschafts)politischen Diskursen sowie dem ungebremsten Boom der Verwendung des Kulturbegriffs in den Geistes- und Sozialwissenschaften. In vielen Teilen der Welt sehen wir heute, wie »Kultur« in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft instrumentalisiert wird: als Strategie der Simplifi zierung und Naturalisierung bestehender Verhältnisse ebenso wie zur Legitimierung von Macht, Herrschaft und Gewalt. Dazu muss die Wissenschaft mehr sagen, als sie es bisher getan hat.


   

Inhaltsverzeichnis

Ingo Schneider & Martin Sexl: Kultur 5.0
Siegfried J. Schmidt: (Un)Behagen an der Kultur

Wolfgang Fritz Haug: Was ist kulturell an der Kultur? Auf der Suche nach der verlorenen Kritik

Terry Eagleton: Wider die Kultur

John Storey: Kultur in den britischen Cultural Studies

Ulf Hannerz: Die Rhetorik der Kultur in globalen Zukunftsszenarien

Peter V. Zima: Subjektivität und Identität im interkulturellen Prozess: Sprache und Wissenschaft

Wolfgang Kaschuba: Lili Marleen in Shenzhen – oder: Kultur als globales Repräsentationskonzept

Jürgen Wertheimer: Majdan, Tahrir, Taksim: Die neue Sprache der Kulturkonflikte

Chris Hann: (Kultur-)Kämpfe der Gegenwart – Deutschland, Ukraine, Europa, Eurasien

Iman Attia: Die Religion und die Kultur der Anderen. Zur Entsorgung historischer, gesellschaftlicher und politischer Dimensionen im Islamdiskurs

Ingo Schneider & Martin Sexl: Vom Unbehagen an der Kultur


   
     


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