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Dominique Manotti
Das schwarze Korps

Taschenbuch
Deutsch von Andrea Stephani
Ariadne Kriminalroman 1221
ISBN 978-3-86754-221-0 · 13 €


Auch gebunden lieferbar >>> KLICK
Paris, 6. Juni 1944

Noch herrschen deutsche SS und französische Gestapo über die Stadt. Aber man kann schon spüren, wie der Wind sich dreht. Besatzer und Kollaborateure setzen alles daran, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Im Salon der schönen Dora Belle trifft sich die Führung von SS und Wehrmacht mit Vertretern von Industrie, Finanzwelt und Kultur: Gemauschel, Delikatessen, Champagner, Sex. Inspecteur Domecq, Kommissar der Pariser Sittenpolizei, muss jetzt sehr geschickt lavieren. Denn nicht nur militärisch steht die entscheidende Schlacht bevor …

Zehn Wochen liegen zwischen der Landung der Alliierten und der Befreiung von Paris. Manottis furioser historischer Thriller offenbart Monster und Helden, Verlierer, Davongekommene und jene, die unweigerlich immer zu den Gewinnern gehören.

»Ein literarisches Ereignis, intelligenter kann historische Literatur nicht sein und packender kein Krimi! Ein Buch für die Ewigkeit.« Deutschlandfunk Büchermarkt

»Frankreichs ›Stunde null‹ als Schwarzlicht-Panorama.« KrimiZEIT-Bestenliste

»Was für ein Wurf! Seit Jane Austen hat keine Frau so spannend über Geld geschrieben. Getreu der Brecht'schen Einsicht: ›Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? Was ist die Ermordung eines Mannes gegen die Anstellung eines Mannes?‹, schildert Manotti das Ineinandergreifen des Räderwerks der französischen Kollaboration und versteht in diesem atmosphärisch dichten Krimi etwas von jenem Delirium aus Gewalt, Freiheit und Verbrechen heraufzubeschwören, das die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs kennzeichnete.« Denis Scheck

»Hier stellt die Historie keine Kulisse dar, sondern das eigentliche Verbrechen. Mit solch einem kalten Lächeln sind die letzten Kriegswochen bestimmt noch nicht erzählt worden.« Perlentaucher



Kommentar der Verlegerin:

»Knapp, geschliffen scharf, assoziativ und direkt – so kennen wir die Erzählsprache der französischen Historikerin, die vielleicht Europas härteste Politkrimis schreibt. Hier katapultiert sie uns ins Jahr 1944, ins besetzte Paris. Ein Sittenpolizist und Undercoveragent belauert die Drahtzieher, Intriganten und Kriegsgewinnler, die auch nach der Landung der Alliierten in der Normandie prassen, killen und absahnen, in den Pariser Salons Champagner schlürfen und sich wechselseitig protegieren oder einander ans Messer liefern.

Da sitzt du in deiner Uniform, kantiger Kiefer, kurzes Blondhaar, blaue Augen. So dermaßen germanisch. So anders als der angekettete Gefangene, den Deslauriers ins Auto geschoben hat. Unbehagen. Ein Monat und zehn Tage in den Händen von Bauer, Avenue Foch, ein Ort, den nur sehr wenige lebend verlassen haben. Bauer hat sich nicht damit begnügt, dich zu vögeln. Wen hast du verraten, dass du noch am Leben bist?

Bei Manotti liest sich die Schlussphase der deutschen Besetzung von Paris als der Krimi, der es mit Sicherheit war. Nicht aus der Distanz pädagogisch wertvoller Schicksalsberichte, sondern als rasante Verfolgung des unmittelbaren Erlebens, unzensiert,  strotzend von typisch menschlichen Absichten, seien sie nun irregeleitet, harmlos, mörderisch oder illusionär. Eine Momentaufnahme im Thrillerformat, frei von narrativen Weichzeichnern. Die Protagonisten – Helden, Opfer oder Täter – sind so greifbar, dass man ihre Begierden spürt. Akteure in einer historischen Ausnahmesituation, maßlos menschlich und mitten in all dem Sterben maßlos lebendig. Akteure, die auch unsere Kultur hervorbringen kann, weil ihre Motive, ihre Triebkräfte eben keine historische Ausnahme sind. Selten hat mich ein Roman so dicht an die Stringenz gesellschaftlicher Verbrechen herangeführt.« – Else Laudan

 

Für Interessierte noch ein Link aus dem Spiegel-Archiv:
DER SPIEGEL 13.09.1961 FRANKREICH / MEMOIREN Jovialer Verräter



Dominique Manotti alias Marie-Noëlle Thibault, geboren am 24. Dezember 1942 in Paris, begann erst mit 50 Jahren Romane zu schreiben. Sie studierte 1960–66 an der Sorbonne Geschichtswissenschaften, unterrichtete am Gymnasium und wurde 1969 Assistentin für neuzeitliche Wirtschaftsgeschichte im neu gegründeten Centre expérimental de Vincennes. Politisch war Manotti 1976–83 als Gewerkschafterin in der CFDT aktiv und leitete jahrelang die Pariser Sektion. Anfang der 80er Jahre beteiligte sie sich am Aufstand der türkischen Sans-Papiers im Textilviertel Sentier. Ab 1994 war sie an der Universität Paris VIII in Saint-Denis tätig. Manotti ist Historikerin und seit dem Algerienkrieg politisch engagiert. In den 1980er Jahren verschob sie aus Desillusionierung über die Politik der Mitterrand-Regierung ihr politisches Engagement in die Literatur. Romane zu schreiben ist für Dominique Manotti nur ein Wechsel des Standbeins, ihre politischen Überzeugungen fließen in ihre Romans noirs ein.
Dominique Manottis kriminalliterarische Bezugspunkte sind der amerikanische Schriftsteller James Ellroy, die neuzeitliche Wirtschaftsgeschichte und die 68er-Bewegung. Diese eigenwillige Kombination erklärt vielleicht ihren einzigartigen Stil mit seiner Mischung aus journalistischer Dichte, schlaglichtartig verknappter subjektiver Form und literarischer Eleganz.

Interview mit Dominique Manotti (von Elfriede Müller, 2004)

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Presse zu Einschlägig bekannt

»Wenn das lang verlachte Genre des sozialkritischen Politkrimis wieder von Relevanz reden darf, hat es das auch Dominique Manotti zu verdanken.« STERN

»Unter den Autoren der Welt ist Dominique Manotti einzigartig. Im Alltag der Arbeiter findet sie, was kein Romancier sonst darin erkennt: den sozialen Gärstoff des Verbrechens. (...) Man liest Seite um Seite mit wachsender Empörung, Verzweiflung und Bewunderung. Manotti ist singulär.« Tobias Gohlis, DIE ZEIT

»Manotti fasst in geradlinige, unprätentiöse, kühle Sätze, was scharf beobachtet und nah an den gesellschaftlichen Wahrheiten ist.« Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

»Die Queen des französischen Politkrimis erzählt den alltäglichen Krieg in einer Pariser Vorstadt als packendes Drama. Manotti hat sich zu einer der wichtigsten Stimmen Europas entwickelt. ... So schillernd sind die Figuren, so erschütternd die Verwicklungen, so klug und stark der Manotti-Sound, der alles trägt.« Horst Eckert, FOCUS online

Presse zu Roter Glamour

»Das ist der Thriller zur Affäre Strauss-Kahn: Manotti wirft einen bösen Blick auf das Verhältnis von Politik, Sex und Medien in Frankreich. Kommentieren muss sie das nicht. Die Geschichte ist umso eindrücklicher.« Deutschlandradio Kultur

»Zeitbombenmäßig. Raketenschmuggel, Polizeiaktionen, Bordellbesäufnisse und eine fixe, harte Araberin: Bitte mehr davon!« Tobias Gohlis, KrimiZEIT-Bestenliste

»Kühl, nüchtern, unaufgeregt entfaltet Manotti das Panorama einer hemmungslosen Politikerkaste, die sich korrupter Polizei- und Geheimdienstapparate ebenso bedient wie krimineller Elemente. Exzellent geschrieben, spannend bis zur letzten Seite und nichts für Gesellschaftsromantiker. Brillant!« Ulrich Kroegers Krimitipp, Nordsee-Zeitung

»Die Welt der Strippenzieher ... Von Manotti-Krimis fühlt man sich aufgeklärt, aber nicht belehrt.« Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

»Manotti schildert den historisch unterfütterten Fall über Intrigen und Geheimdienste, Amtsanmaßung und Gewalt mit einem unterkühlten stilistischen Aplomb, der an die Hoch-Zeit der hardboiled novel erinnert.« Buchjournal

Presse zu Letzte Schicht

»Der mit großem Abstand beste politische Krimi des Jahres ... absolut nobelpreiswürdig ... weltweit derzeit einzigartig ... So etwas Intensives habe ich lange nicht gelesen.« Deutschlandfunk, Andreas Ammer in Denis Schecks Büchermarkt
zur Rezension (Sendemanuskript)

»Manotti legt sich mit den ganz Großen an: Rüstungskonzernen, EU-Kommissionen und Regierungen. Fiktion und Realität werden subtil vermischt ... Die Sprache entwickelt eine erfrischende Kreativität. Sex, Tod und Korruption - dieses Buch hat alle Zutaten für einen echten Wirtschaftsthriller.« Financial Times Deutschland

»Ein brillantes Buch. Manotti zieht alle Register des klassischen Realismus, langsam werden die Sauereien vor unseren Augen ausgebreitet, die Anzugträger nehmen sich, was sie kriegen können und lassen, wenn's sein muss, ihre politischen Handlager im Regen stehen, und natürlich zahlen die kleinen Leute für alles, manche mit ihrem Leben.« Günther Grosser, Berliner Zeitung

»Dominique Manottis Letzte Schicht verarbeitet in bester Costa-Gavras-Manier die Affäre um die Privatisierung des französischen Riesenkonzerns Thomson zu einem fein gewebten Thriller um Macht, EU-Subventionen und Arbeitsplätze. Und wie die gelernte Wirtschaftshistorikerin mit einem Faible für James Ellroy und die Arbeiterbewegung das tut, das hat ganz große Klasse. Sehr kühl, sehr elegant inszeniert Manotti diesen Kampf um Macht und Geld, ein bisschen Zukunft, etwas Liebe und ein paar Drogen.« Perlentaucher: Mord und Ratschlag

»Pondange, Lothringen/Warschau/Paris: Ein Betriebsunfall, eine Fabrikbesetzung. Arbeiter geraten an Material, das die Fusion zweier Wirtschaftsgiganten beeinflussen und die Regierung stürzen könnte. Manotti ist eine Klasse für sich: lebensnah, realistisch, vertrackt. Der Krieg der Konzerne in den kleinen Städten. Superb.« KrimiWelt Bestenliste

»Fiktion? Realität? Letzte Schicht ist im Grunde eine ins Belletristische gebogene Alltagschronik. Eine Geschichte, die sich zugetragen hat in der Zeit der Privatisierung des französischen Rüstungskonzerns Thomson. Also ein Wirtschaftskrimi? Auch. Und eine bitterböse Satire auf das Inhumane. Vor allem aber ist der französischen Historikerin und Gewerkschafterin ein starker Thriller im Präsens gelungen, der seine Sprachmächtigkeit aus einem eiskalten, schnörkellosen Reportagestil schöpft. Man kann sie sich sehr schnell vorstellen, die Fabrik in einem lothringischen Städtchen, die um das Überleben jenseits von EU-Fördermitteln kämpft. Nur eines ist von dieser Sommerlektüre nicht zu erwarten: Abkühlung.« Badische Zeitung (Lesetipp)


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