NEUERSCHEINUNGEN                                           Verzeichnis aller lieferbaren Ariadne-Titel nach Autorinnen: A B C D F G H J K L M N O P R S W

 

 

 

 

Le Minh Khue
Nach der Schlacht

Deutsch von Günter Giesenfeld, Marianne Ngo und Aurora Ngo
Ariadne Krimi 1215
208 Seiten · ISBN 978-3-86754-215-9 · 12 €

     
   

Auf die Merkliste
(jederzeit widerrufbar)


Umschlagbild in hoher Auflösung herunterladen (300 dpi)

     

Zwei Erzählungen

Der Mensch muss doch leben, muss doch lieben, welchen Sinn hat es, sich unablässig gegenseitig in den Kopf zu schießen?

Lakonisch, mit kühlem Galgenhumor und durchaus noir: Le Minh Khue verfasst düstere Sittenbilder aus Vergangenheit und Gegenwart Vietnams. Eine durch Eifersucht gespaltene Familie, zwei Brüder kämpfen im Krieg auf gegnerischen Seiten. Folter, Blut und Bomben prägen ihr Leben. Lässt sich diese Kluft je überbrücken? Stürmische Zeiten spannt den Bogen vom Kriegsgeschehen bis sechs Jahre danach, als die Untersuchung eines Massenmords das Bild verschiebt. In Eine kleine Tragödie führt Reporterin Thao ein spartanisches Leben, sie bewundert ihre mondäne Cousine, die heiraten will. Plötzlich aber bricht die soziale Fassade auseinander. Denn Krieg und Landreform werfen ihre Schatten bis in die Gegenwart…

»Die vietnamesische Schriftstellerin Le Minh Khue zeigt sich als souveräne und feinsinnige, zugleich trocken-knappe Stilistin mit einem subtilen Sinn fürs Dunkle und Satirische.« New York Times Book Revie.

Kommentar der Verlegerin:

Nach der Schlacht zeigt uns Vietnam gestern und heute, eine traumatisierte Kultur. Das Kino hat uns an eine Fremd­­perspek­­tive gewöhnt: Von Cimino über Coppola und Kubrick bis zu Levinson und Stone weist Hollywood Vietnam als amerikanische Tragödie aus. Le Minh Khue aber eröffnet einen anderen Blick, den Blick von innen. Zwischen Pragmatismus und trockenem Humor hält sich der bittere Nachgeschmack von Krieg und Machtmissbrauch, wir sehen Leute ohnmächtig und vereinzelt den Nachwirkungen der Geschichte gegenüberstehen. Es ist schnörkellose Literatur ohne Sicherheitsabstand, die ruhig und kühl vom Alltag im Schatten ­brachialster Gewalt erzählt.
Die 1949 geborene Le Minh Khue verlor in den Wirren der Landreform ihre Eltern und wuchs unter dem Bombardement der US-Luftwaffe bei Onkel und Tante auf. Beide lasen leidenschaftlich und kämpften gegen die Fremdherrschaft. Mit 16 meldete sich Le Minh Khue zur Armee und kam in eine Jugendbrigade, die am Ho Chi Minh-Pfad die Verbindungswege offen hielt. Vier Jahre lebte sie im Dschungel. In ruhigen Stunden las sie Tschechow, London, Steinbeck und Hemingway und begann aufzuschreiben, was um sie herum geschah. 1969 ging sie zurück nach Hanoi, war sechs Jahre als Kriegsberichterstatterin für Presse und Rundfunk tätig und zog in den letzten Kriegstagen mit einer Einheit nach Da Nang. Nach dem Krieg wurde sie Lektorin bei Nha xuat ban hoi nha van (Verlag des Vietnamesischen Schriftstellerverbands) in Hanoi. Daneben schrieb sie Romane und Geschichten, in denen sich Vietnams Nachkriegsentwicklung widerspiegelt.
Le Minh Khues Erzählungen sind keine Genre-Texte, es sind sondierende, dem Realismus verpflichtete Sittenbilder über die Folgen des Krieges, aber auch über eine uneitle Kultur, die in der Gegenwart neue, eigene Wurzeln auszubilden sucht. Die fast spröde angelegten Figuren und ihre Odysseen vermitteln eine Ahnung vom mühsamen Ringen um Frieden, um Emanzipation von der kolonialen Prägung und um eine Zukunft, in der die Narben heilen können. Else Laudan

 


Über die Autorin:

Le Minh Khue, geboren 1949, verlor in den Wirren der Landreform ihre Eltern und wuchs unter den Bombardierungen der US-Luftwaffe bei Onkel und Tante auf, beides Literaturliebhaber und Kämpfer gegen die Fremdherrschaft. 1965 meldete Le Minh Khue sich zur Armee und wurde in einer Jugendbrigade am Ho Chi Minh-Pfad eingesetzt, um die Verbindungswege offen zu halten. Vier Jahre lebte sie im Dschungel, las in den Stunden der Ruhe Tschechow, London, Steinbeck und Hemingway, begann aufzuschreiben, was um sie herum geschah. 1969 kehrte sie nach Hanoi zurück. Sie hatte alle romantischen Vorstellungen über den Krieg verloren, dennoch sehnte sie sich nach den Kameraden an der Front. Bis 1975 schrieb sie als Kriegsberichterstatterin für Presse und Rundfunk, war in den letzten Kriegstagen mit einer Einheit in Da Nang und stieß mit den siegreichen Truppen in den Süden vor. Nach dem Krieg setzte sie ihre Tätigkeit als Journalistin und Schriftstellerin fort. Sie heiratete, bekam eine Tochter und wurde Lektorin im Vietnam Writers’ Association Publishing House in Hanoi. Dazu schrieb sie weiter Romane und Geschichten, in denen sich die Nachkriegsentwicklung ihres Landes widerspiegelt. Sie gehört zu den führenden Schriftstellern Vietnams.
   
Seitenanfang    
Argument Verlag GmbH | Glashüttenstraße 28 | 20357 Hamburg | Impressum | AGBs | Widerrufsbelehrung