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Clementine Skorpil
Gefallene Blüten

Ariadne Krimi 1212
ISBN 978-3-86754-212-8

     
   

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Shanghai 1926

Die europäischen Kolonialherren haben die Stadt in Verwaltungszonen aufgeteilt. Fabriken schießen aus dem Boden, Triaden beherrschen die Straßen, der Opiumhandel blüht. Da trifft eine ehrwürdige alte Frau vom Lande ein, um nach ihrer verschollenen Enkelin zu suchen. Die Spur führt zu den Kurtisanenhäusern, ins Reich der »wilden Hennen« von Shanghai, doch dann verliert sie sich plötzlich. Hängt das Verschwinden der schönen Pflaumenblüte mit dem ermordeten Komprador Liu Er zusammen? Die starrköpfige Großmutter lässt nicht locker. Sie betraut einen aufmüpfigen Studenten mit Nachforschungen und legt sich dabei arglos mit mächtigen Widersachern an …

Kommentar der Verlegerin:

Ein Mädchen mit großen Füßen kann gehen, wohin es will …

China, damit verbindet mein Alltagsverstand Chop Suey, alternative Heilkunde und Teezeremonien, Billigkleidung, schikanierte Künstler, drohende Umweltkatastrophen. Historisch denke ich an hauchdünne Vasen, Konfuzius, Laotse. Shanghai weckt weitere Assoziationen: Koloniale Handelsmetropole, Zufluchtshafen der Nazizeit, Opium, Piraten und rivalisierende Triaden. Aldous Huxley schrieb 1926, er habe »in keiner Stadt der Welt je einen solchen Eindruck von einem dichten Morast üppig verflochtenen Lebens« gehabt. Und just in dieses Jahr entführt uns die Sinologin Clementine Skorpil. Die eigenwillige Ai Ping verlässt ihr Heimatdorf, um in Shanghai nach ihrer verschollenen Enkelin zu suchen. Auf schmerzenden (gebundenen) Füßen wandert sie durch die riesige Stadt und verzweifelt bald an ihrer mangelnden Eignung zur Detektivin. Zum Glück stößt sie auf den kommunistischen Studenten Lou Mang, der unermüdlich versucht, die Fabrikarbeiter zu agitieren. Ein Weltverbesserer, wie Ai Ping messerscharf erkennt. Damit ist Skorpils Ermittlerduo geboren: eine alte Frau vom Lande und ein weltmännischer junger Möchtegern-Revolutionär. Beide wachsen mir sofort ans Herz. Durch ihre Augen sehe ich Shanghai in den Zwanzigern, ein faszinierender Ort voller Widersprüche, wo Kulturen aufeinanderprallen, wo die industrielle Revolution tobt, während ›fremde Teufel‹ und heimische Gangster absahnen. Mit historischer Akkuratesse, liebenswürdigen Figuren und ­Humor strickt die Autorin den mitreißenden Krimiplot um eine verschwundene Kurtisane. Und zeigt uns ganz nebenbei Traditionen und Denkweisen, soziale Gefälle, Alltagsformen und Utopien dieses so exotischen Schauplatzes. Tucholsky schrieb: »Wer die Enge seiner Heimat ermessen will, reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.« In diesem Sinne ist Skorpils Krimi ein wirklich nahrhafter Leckerbissen für den Horizont – und dabei spannende Unterhaltung.

Else Laudan

 

 

 

     

Clementine Skorpil, geboren 1964 in Graz, studierte Sinologie und Geschichte. Auslandssemester in Taiwan, Shifan-Universität, Taipei. Nach dem Studium wurde sie selbständige Journalistin, Lektorin und Publizistin. Seit 2011 lektoriert und schreibt sie für die Tageszeitung Die Presse und veröffentlichte diverse Kurzgeschichten, einen historischen Kriminalroman und ein Kinderbuch. Sie lebt mit Mann und Zwillingen in Niederösterreich.
Website: www.skorpil.at

 

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