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Dominique Manotti
Zügellos

Gebunden mit Schutzumschlag
Deutsch von Andrea Stephani
Ariadne Kriminalroman 1193
ISBN 978-3-86754-193-0 · 18 €

Schnee im Sommer

In Longchamp verlieren Pferde das Rennen und Wetter ihr Geld.
In Paris verliert der Präsident der PAMA seinen Posten.
Commissaire Daquin verliert einen Freund.
Romero, Inspektor im Team von Daquin, verliert eine Informantin, weil er nicht aus dem Bett gekommen ist.
Agathe Renouard verliert den Rest ihrer Unschuld, die DDR-Regierung verliert die Kontrolle, gewisse Aktien verlieren an Wert. Aber niemand verliert gern. Und manche gehen über Leichen, um ihren Einsatz zu retten…

Dominique Manottis rasanter Roman noir zeigt Paris im Sommer 1989: Der Ostblock wankt, Strippenzieher rüsten für ein neues Europa, und dank Versicherungsschwindel und Immobiliendeals haben die üblichen Gewinner die Nase vorn. Doch nichts hält ewig. Der Sommer 1989 bringt in Paris nicht nur die heimische Wirtschaft in Schwung: Die Mitterrand-Ära versöhnt die politische Linke mit der kapitalistischen Profitrationalität, die Korruption boomt. Und die sich ankündigende Öffnung des Eisernen Vorhangs weckt die Gier auf neue Märkte und schnelles Geld. Agathe Renouard und ihr Protégé Nicolas Berger leiten die PR-Abteilung des Versicherungskonzerns PAMA. Sie sind entschlossen, zu den Gewinnern zu gehören. Aber haben sie die richtigen Allianzen dafür? Commissaire Daquin vom Drogendezernat wird hellhörig, als beim Pferderennen eine Informantin ermordet wird und auf Pariser Partys sagenhafte Mengen Koks auftauchen. Er mobilisiert sein Inspektorenteam und geht den spärlichen Hinweisen nach. Auf einmal überschlagen sich die Ereignisse: Rennställe gehen in Flammen auf, Pferde sterben, Menschen ebenfalls. Dann fällt der smarte Nicolas Berger einer Autoexplosion zum Opfer. Gibt es eine Verbindung zwischen der PAMA und Pariser Immobilienspekulationen?

Dominique Manotti,1942 geboren, kam erst mit fünfzig Jahren zum Schreiben und veröffentlichte seither acht Romane. Ihre Bezugspunkte sind der amerikanische Schriftsteller James Ellroy, die neuzeitliche Wirtschaftsgeschichte und die 68er-Bewegung. Diese ungewöhnliche Kombination begründet Manottis dichten, unpathetischen Stil. Die Historikerin lehrte an verschiedenen Pariser Universitäten Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit, war als Gewerkschafterin in der CFDT aktiv und leitete als Generalsekretärin deren Pariser Sektion. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt, u.a. dem Duncan Lawrie Dagger, dem Deutschen Krimipreis International, dem Prix Mystère de la Critique und der Trophée 813.

Interview mit Dominique Manotti (von Elfriede Müller, 2004)

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Presse zu anderen Veröffentlichungen von Dominique MANOTTI bei Ariadne

Einschlägig bekannt

»Wenn das lang verlachte Genre des sozialkritischen Politkrimis wieder von Relevanz reden darf, hat es das auch Dominique Manotti zu verdanken.« STERN

»Unter den Autoren der Welt ist Dominique Manotti einzigartig. Im Alltag der Arbeiter findet sie, was kein Romancier sonst darin erkennt: den sozialen Gärstoff des Verbrechens. (...) Man liest Seite um Seite mit wachsender Empörung, Verzweiflung und Bewunderung. Manotti ist singulär.« Tobias Gohlis, DIE ZEIT

»Manotti fasst in geradlinige, unprätentiöse, kühle Sätze, was scharf beobachtet und nah an den gesellschaftlichen Wahrheiten ist.« Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

»Die Queen des französischen Politkrimis erzählt den alltäglichen Krieg in einer Pariser Vorstadt als packendes Drama. Manotti hat sich zu einer der wichtigsten Stimmen Europas entwickelt. ... So schillernd sind die Figuren, so erschütternd die Verwicklungen, so klug und stark der Manotti-Sound, der alles trägt.« Horst Eckert, FOCUS online

Roter Glamour

»Das ist der Thriller zur Affäre Strauss-Kahn: Manotti wirft einen bösen Blick auf das Verhältnis von Politik, Sex und Medien in Frankreich. Kommentieren muss sie das nicht. Die Geschichte ist umso eindrücklicher.« Deutschlandradio Kultur

»Zeitbombenmäßig. Raketenschmuggel, Polizeiaktionen, Bordellbesäufnisse und eine fixe, harte Araberin: Bitte mehr davon!« Tobias Gohlis, KrimiZEIT-Bestenliste

»Kühl, nüchtern, unaufgeregt entfaltet Manotti das Panorama einer hemmungslosen Politikerkaste, die sich korrupter Polizei- und Geheimdienstapparate ebenso bedient wie krimineller Elemente. Exzellent geschrieben, spannend bis zur letzten Seite und nichts für Gesellschaftsromantiker. Brillant!« Ulrich Kroegers Krimitipp, Nordsee-Zeitung

»Die Welt der Strippenzieher ... Von Manotti-Krimis fühlt man sich aufgeklärt, aber nicht belehrt.« Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

»Manotti schildert den historisch unterfütterten Fall über Intrigen und Geheimdienste, Amtsanmaßung und Gewalt mit einem unterkühlten stilistischen Aplomb, der an die Hoch-Zeit der hardboiled novel erinnert.« Buchjournal

Letzte Schicht

»Der mit großem Abstand beste politische Krimi des Jahres ... absolut nobelpreiswürdig ... weltweit derzeit einzigartig ... So etwas Intensives habe ich lange nicht gelesen.« Deutschlandfunk, Andreas Ammer in Denis Schecks Büchermarkt
zur Rezension (Sendemanuskript) / Anhören

»Manotti legt sich mit den ganz Großen an: Rüstungskonzernen, EU-Kommissionen und Regierungen. Fiktion und Realität werden subtil vermischt ... Die Sprache entwickelt eine erfrischende Kreativität. Sex, Tod und Korruption - dieses Buch hat alle Zutaten für einen echten Wirtschaftsthriller.« Financial Times Deutschland

»Ein brillantes Buch. Manotti zieht alle Register des klassischen Realismus, langsam werden die Sauereien vor unseren Augen ausgebreitet, die Anzugträger nehmen sich, was sie kriegen können und lassen, wenn's sein muss, ihre politischen Handlager im Regen stehen, und natürlich zahlen die kleinen Leute für alles, manche mit ihrem Leben.« Günther Grosser, Berliner Zeitung

»Dominique Manottis Letzte Schicht verarbeitet in bester Costa-Gavras-Manier die Affäre um die Privatisierung des französischen Riesenkonzerns Thomson zu einem fein gewebten Thriller um Macht, EU-Subventionen und Arbeitsplätze. Und wie die gelernte Wirtschaftshistorikerin mit einem Faible für James Ellroy und die Arbeiterbewegung das tut, das hat ganz große Klasse. Sehr kühl, sehr elegant inszeniert Manotti diesen Kampf um Macht und Geld, ein bisschen Zukunft, etwas Liebe und ein paar Drogen.« Perlentaucher: Mord und Ratschlag

»Pondange, Lothringen/Warschau/Paris: Ein Betriebsunfall, eine Fabrikbesetzung. Arbeiter geraten an Material, das die Fusion zweier Wirtschaftsgiganten beeinflussen und die Regierung stürzen könnte. Manotti ist eine Klasse für sich: lebensnah, realistisch, vertrackt. Der Krieg der Konzerne in den kleinen Städten. Superb.« KrimiWelt Bestenliste

»Fiktion? Realität? Letzte Schicht ist im Grunde eine ins Belletristische gebogene Alltagschronik. Eine Geschichte, die sich zugetragen hat in der Zeit der Privatisierung des französischen Rüstungskonzerns Thomson. Also ein Wirtschaftskrimi? Auch. Und eine bitterböse Satire auf das Inhumane. Vor allem aber ist der französischen Historikerin und Gewerkschafterin ein starker Thriller im Präsens gelungen, der seine Sprachmächtigkeit aus einem eiskalten, schnörkellosen Reportagestil schöpft. Man kann sie sich sehr schnell vorstellen, die Fabrik in einem lothringischen Städtchen, die um das Überleben jenseits von EU-Fördermitteln kämpft. Nur eines ist von dieser Sommerlektüre nicht zu erwarten: Abkühlung.« Badische Zeitung (Lesetipp)



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