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Lisa Kuppler (Hg.)
Mord isch hald a Gschäft
Ariadne Krimi 1154
ISBN 3-88619-884-7
Auf die Merkliste
(jederzeit widerrufbar)

Fließt hier Blut oder Trollinger?

Ariadnes schwäbische Krimi-Anthologie bietet kriminelle Köstlichkeiten rund um den Neckar - von Esslingen bis auf die Filder, vom Stuttgarter Sumpf bis zur Schwäbischen Alb.

Fünfzehn dem Schwäbischen mit Herz und Magen verbundene Krimi-Autorinnen servieren mörderisch-spannende Kriminalkurzgeschichten. Da trifft sich Hartgesottenes mit Humoreskem und Ruppiges mit Rätselhaftem. - Schwaben, deine Mörderinnen!

Die Kurzkrimis spielen in Stuttgart und allerlei idyllischen Städtchen in Baden-Württemberg: in Esslingen, Berkheim, Reutlingen, Brackenheim, Waiblingen und in Schönbronn im Elchenbachtal, beim Hasenwirt in Stuttgart-Uhlbach, am Feuerseeplatz, im Restaurant des Stuttgarter Fernsehturms und auf der Schwäblesklinge.


Leseprobe

Madeleine Giese: Fürs Ärschle (Auszug)

Jemand geht über mein Grab … Kennen Sie das Gefühl? Wenn sich so ganz langsam auf den Armen eine Gänsehaut bildet, die kribbelnd nach oben kriecht? Und ein eisiger Atem bläst Ihnen in den Nacken. Ganz kurz nur. Aber so, dass sich Ihre Schulterblätter zusammenziehen. Dabei hatten wir uns darauf gefreut, nach Württemberg zu ziehen. Mitten ins schwäbische Herz. Das Land von Schiller, Hegel, Hauff und Uhland.

(…)

Mit der Zeit mochte ich Elsbeth. Sie war nicht wie die anderen, sie war menschlicher, umgänglicher. Nicht so verdammt perfekt. Und sie war einsam. Eberhard war meist weg, mein Mann auch, und so spielten wir Karten oder sahen zusammen fern. An eine Sendung erinnere ich mich gut. Sie zeigten eine Müllkippe in der Nähe, in der offensichtlich auch unser Hausmüll landete. Eine gigantische Kugelmühle, die den Abfall zermalmte, bis nur noch Brei übrig war. Normalerweise plauderten wir während des Fernsehens, aber bei diesem Bericht starrte Elsbeth wie hypnotisiert in den Kasten, als wäre das, was da über Abfallbeseitigung und Erklärungen aus dem trockenen Mund eines Fernsehfuzzis kam, die Offenbarung.

Und dann wurde sie krank. Zu ihrem Asthma hatte sich eine Lungenentzündung gesellt, und sie kam auf die Intensivstation. Natürlich besuchte ich sie oft. Es ging ihr lange nicht besser.

Eines Tages kam ich im Krankenhaus an, und Elsbeth saß weinend in ihrem Bett. Es war unheimlich. Sie weinte lautlos, kein Schluchzer, kein Schnauber, doch die Tränen rannen wie mein Kehrwochenwasser. Erst nach längerem Nachfragen erzählte sie. Sie hatte den Plan gefasst, nach ihrer Entlassung neue Betten zu kaufen. Höher als die alten, mit verstellbarem Oberteil. Besser fürs Asthma, wegen dem sie fast im Sitzen schlafen müsse. Natürlich bei Bader. Da gab es die mit passenden Nachtschränkchen. Und Eberhard – „der Sauhond, der bleede, der Sembl“ – hatte gemeint, sie solle warten. Der Arzt vermute bei ihr Krebs. Da würde sich die Anschaffung eh nicht mehr lohnen.

Ich war sprachlos. So ein gefühlloser Scheißkerl. So ein Arsch. Elsbeth meinte nur: „Aus ma Scheißhaufa wird nia a Subbaschissl!“ Dann drehte sie mir den Rücken zu.

Traurig ging ich nach Hause. Im Treppenhaus lief der Sauhond mir über den Weg. Natürlich sprach ich ihn darauf an. Wissen Sie, was er antwortete? Ganz ernsthaft sagte er: „Uffrichtig und gradaus, guatmütig bis dortnaus, aber wenn’s sei muss, au saugrob: Des ischt e Schwob.“

In diesem Moment kam es wieder, das Frösteln. Wortlos drehte ich mich um und ging.

Und wider Erwarten erholte sich Elsbeth. Es war kein Krebs. Wir waren alle erleichtert. Obwohl Eberhard natürlich schon nach ein paar Tagen verreiste. Ich fand es unglaublich, dass er sie gleich wieder im Stich ließ. Aber Elsbeth winkte ab. Sie käme schon zurecht. Der Sauhond würde eh nur meckern. Und wenn ich oder mein Mann ihr nur ein bisschen beim Einkaufen und beim Müll helfen würden? Das taten wir natürlich. Sobald ich morgens, mit Tüten und Schlüsseln bewaffnet, zum Müllraum pilgerte, klingelte ich kurz, um auch Elsbeths Müll zu entsorgen.

Am zweiten Tag gab sie mir etwas Merkwürdiges mit. Ich kannte ihren Müll. Das waren immer ganz normale Plastiktüten, ausgediente Einkaufstaschen von Lidl oder Aldi. Aber diesmal drückte sie mir ein Päckchen in die Hand, ein verschnürter blauer Müllsack, mit Klebeband umwickelt. Und eiskalt. Vielleicht hatte sie ihre Tiefkühltruhe geleert und schmiss abgelaufenes Zeug weg. Obwohl das nicht zu ihr passte. Eine echte Schwäbin hat nichts Abgelaufenes in der Kühltruhe. Ich wunderte mich, sagte aber nichts. Am nächsten Morgen gab sie mir wieder so ein eiskaltes, verhülltes Bündel mit. Am dritten Tag auch. Am vierten fragte ich: „Was schmeißt du denn da weg? Fühlt sich an wie aus der Tiefkühltruhe.“

Sie zuckte die Achseln, murmelte ein verlegenes „Hanoi“ und knallte mir die Tür vor der Nase zu.

Am fünften Tag hatte ich genug. Als sie mir wieder so ein Bündel in die Hand drücken wollte, verschränkte ich die Arme und sah sie an. „Was ist da drin?“ Verlegen linste sie an mir vorbei. Als sie merkte, dass ich mich nicht abspeisen ließ, winkte sie mich mit einem Seufzer herein. Ich folgte ihr in die Küche. Wie immer war alles blitzsauber und schimmerte in der Sonne.

Nach einem Blick, den ich nicht deuten konnte, öffnete sie ihren Tiefkühlschrank. Erstaunt sah ich, dass jedes Fach mit diesen blauen Päckchen voll gestapelt war. „Was ist das?“

Müde zuckte sie mit den Schultern: „Des isch dr Eberhard.“

„Was?“

„Dr Eberhard! Er isch gschdorba!“

„Wann? Wie?“ Ich war fassungslos. Wieder sah Elsbeth an mir vorbei. „Elsbeth, was ist passiert?“

Ganz leise kam es: „I han ihm mit’m Beil ’s Riebel ahgschlah.“

Ich merkte, wie mein Blut mit einem Ruck aus dem Kopf in den Körper sackte. Mir wurde leicht schwindelig, das Atmen fiel schwer. „Du hast ihm den Kopf abgeschlagen?“

Sie antwortete leicht ungeduldig: „Des isch edd schlemm!“

Ungläubig starrte ich sie an. „Du haust deinem Mann den Kopf ab, zerhackst ihn in handliche Portionen, und das ist nicht schlimm?“ Elsbeth zuckte die Achseln.

Ratlos sah ich in ihr Gesicht. Dieses gutmütige, runde Gesicht. Sie sah einfach nicht wie eine Mörderin aus. Schon gar nicht wie eine, die ihr Opfer auch noch auseinander hackt. Oder sägt. Da war doch bestimmt Blut gewesen. Überall. Ich schaute mich in der blitzenden Küche um. Alles war so sauber. Die aufgereihte Messersammlung blinkte freundlich in der Sonne.

Die Vorstellung, wie sie mit derselben Sorgfalt, die sie ihrem Rostbraten widmete, Eberhard tranchierte … Ich fuhr mir mit der Hand über die Augen. Vor mir stand Elsbeth. Meine Nachbarin, meine Freundin. Eberhard war ein Arschloch. Gewesen. Sie war krank. Ich musste ihr helfen. „Und jetzt?“, stieß ich hervor.

Sie zupfte energisch ihren Pullover nach unten. Ich kannte die Geste. Die machte sie immer, wenn sie etwas erledigt hatte. „D’Kugelmühl.“ Als wäre ich ein behindertes Kind, zwinkerte sie mich auffordernd an.

Da fiel es mir ein. Der Bericht im Fernsehen. Die Kugelmühle, die den Müll bis zur Unkenntlichkeit zermalmte. Eine geniale Idee, um die Leiche loszuwerden.

Nachdenklich betrachtete ich die blauen Päckchen. Es waren so viele. Mehr als ein bis zwei pro Tag würden wir nicht loswerden. Das dauerte zu lange. Mit jedem Tag würde die Gefahr, entdeckt zu werden, größer. Es musste schneller gehen.

„Weißt du was? Einen Teil stopfen wir in die Biotonne. Dann sind wir ihn eher los.“

Elsbeth stieß einen kleinen Schrei aus. Mit weit aufgerissenen Augen stand sie vor mir und stemmte die Hände in die Hüften: „Du liabs Herrgeddle! Des isch Floisch! Du kannscht doch koi Floisch in d’ Biotonn stopfa! Haidenai! Floisch in d’ Biotonn!“

Ich sah in ihre braunen, kleinen Augen, die vor Rechtschaffenheit funkelten. Langsam spürte ich, wie sich Gänsehaut an meinen Armen bildete, kribbelnd hochkroch. Bis mir ein eisiger Wind in den Nacken fuhr. Ganz kurz nur. Aber so, dass sich meine Schulterblätter zusammenzogen. Ich fröstelte. Ich hatte keine Angst gehabt, einer Mörderin gegenüberzustehen. Was ist schon eine Mörderin? Ich meine, was ist schon eine Mörderin gegen eine ganz normale schwäbische Hausfrau?.


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Herausgeberin und Autorinnen

Herausgeberin Lisa Kuppler, geboren 1963 in Esslingen am Neckar und aufgewachsen in Schwaben, studierte in Tübingen, USA und Berlin. Seit 1996 ist sie freie Krimi-Lektorin, Übersetzerin, Autorin und Ghostwriterin und leitet das Krimibüro Wels Productions. Seit 2002 macht sie die »Reihe M« (Militzke); sie ist Herausgeberin der Krimi-Anthologien Aszendent Mord: Astrokrimis (Eichborn 2000), Queer Crime (Querverlag 2001) und Erotische Krimis mit Schuss (Europa 2003).


Biografisches und Schwäbisches von den Autorinnen

Ilse Burkert-Sauer, geboren im hohenlohischen Ilshofen, Ausbildung zur Erzieherin und Studium der Sozialpädagogik in Esslingen. Im Jahr 2002 veröffentlichte sie ihren Brackenheimer Apotheken-Krimi Schauplatz Apotheke, außerdem erschienen von ihr Kurzkrimis, u.a. »Absprung« in Streifschüsse (2003) und »Der Taschendieb« in Spekulatius (2003).
Als gebürtige Hohenloherin zählt Ilse Burkert-Sauer zwar zu einer regionalen Minderheit des Schwabenlandes, dennoch haben Spätzle, Rotweinschorle und die berüchtigte Kehrwoche auch in ihrem Leben einen Stammplatz eingenommen. Doch es ist der sanfte Blick hinter die schwäbischen Gardinen, den ihre Berufstätigkeit im sozialen Feld rund um Stuttgart ermöglicht, der sie leidenschaftlich zu ihren Geschichten inspiriert: heimliche Rachefeldzüge verkannter schwäbischer Hausfrauen, verschmitzte Diebinnen und eine moderne Stuttgarter Kriminalbeamtin, die sich mit den alteingesessenen Seilschaften in der Provinz auseinander setzen muss. Wo, wenn nicht im Ländle, kann man noch auf solche weiblichen Originale treffen?

Martina Fiess ist Präsidentin der Sisters in Crime Baden-Württemberg und lebt als freie Autorin in Stuttgart. Von ihr sind bereits mehrere kriminelle Kurzgeschichten veröffentlicht, darunter Perlen wie »Frauensolidarität« in Teuflische Nachbarn (2001), »Schwarze Ritter küsst man nicht« in Greiffenstein. Mordgeschichten aus dem Burghotel (2001), »Kleine Fische leben länger« in Schlaf in himmlischer Ruh. 24Morde bis Weihnachten (2003) und »Grüne Träume« in Crime Session (2003).
Mehr als fünfzehn Jahre freiwilliges Exil in Stuttgart sind für die geborene Badenerin Martina Fiess Beweis genug: Ja, es lebt sich prächtig hier am Neckar, wo sich »Schaffen« und Genießen auf so einzigartige Weise die Waage halten. Wer edle Tropfen, originelle Nachbarschaft und wunderschöne Landschaften zu schätzen weiß, wird sich hier auch als »Reigschmeckte« zu Hause fühlen.

Madeleine Giese wurde in eine seit Generationen im Saarland ansässige Juristenfamilie hineingeboren. Ihre Urgroßmutter Madeleine heiratete einen Schwaben, der nicht nur den Speiseplan um so exotische Köstlichkeiten wie Maultaschen und Spätzle erweiterte, sondern auch die trockenen Bücherschränke mit Literatur füllte. Familienintern als »Achtelschwob« bezeichnet, erstaunte es niemanden, dass sie Schauspielerin wurde. Nach zwanzig Bühnenjahren (u.a. auch in Esslingen) und zahllosen Bühnentoden beschloss sie, die Opfer- mit der Täterrolle zu wechseln. Seit 2002 mordet Madeleine Giese selbständig und freiberuflich. Bisher sind von ihr Das Spiel heißt Mord und Die letzte Rolle erschienen.

Frigga Haug ist die zweite Tochter des Schwaben Heinz Langenberger und seiner badisch-berlinerischen Ehefrau Melanie, geb. Kassler. Was es ausmacht, eine Schwäbin zu sein, erfuhr sie bei den zahlreichen Besuchen beim Großvater in Stuttgart, wo sie mit zehn Jahren Hefezopf backte und von Hand Spätzle schabte. Sie wuchs im Ruhrgebiet auf, erlebte Faschismus und Kriegsende als Kind, besuchte dann ab 1948 ein Mädchengymnasium, studierte später in Berlin. Nach der Heirat und der Geburt einer Tochter promovierte sie in Psychologie und schrieb ihre Habilitationsschrift in Sozialpsychologie. Während der Studentenbewegung war sie Assistentin am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin und von Anfang an in der Frauenbewegung aktiv. Von Frigga Haug sind zahlreiche Buchveröffentlichungen zu Arbeit, Frauen und Lernen erschienen, sie hielt Gastprofessuren in Dänemark, Österreich, Australien, Kanada und in den USA. Bis 2001 war sie Professorin an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Durch eine zweite Heirat ist sie rückverbunden mit Schwaben, wo sie heute mit ihrem Mann in Esslingen am Neckar lebt. Zurzeit arbeitet sie an der Herausgabe einer Zeitschrift, an einem Wörterbuch und ist mit zahlreichen anderen Aktivitäten beschäftigt. An »Kriminellem« sind von Frigga Haug bisher die beiden Krimis Jedem nach seinen Bedürfnissen (Ariadne 1997) und Jedem nach seiner Leistung (Ariadne 1995) erschienen.

Uta-Maria Heim wurde in Schramberg im Schwarzwald geboren und lebt heute in Schorndorf. Sie studierte Literaturwissenschaft, Linguistik und Soziologie. Neben Romanen und Kurzgeschichten schreibt sie auch Hörspiele, Essays und Features. Zuletzt erschienen von ihr Ruth sucht Ruth und Schwesterkuss (beide 2002). Ihre Krimis wurden mehrfach ausgezeichnet, so 1992 und 1994 mit dem »Deutschen Krimipreis« und 2000 mit dem »Glauser«. 1998 war sie als Stipendiatin der Villa Massimo in Olevano Romano.
Zur Attraktion Schwabens für eine Krimiautorin schreibt sie: »Stuttgart ist eine Stadt wie München, aber man verfügt hier über sehr viel weniger Selbstbewusstsein. Das schlägt sich natürlich auch auf die gefühlte Kriminalstatistik nieder. So schlecht sind wir aber gar nicht! Und was bedeutet das nun für den Krimi? Das muss sich erst noch zeigen. Die schwäbische Mentalität ist jedenfalls ein hochpoetischer Erzählstoff. Denn die unauflösliche Ambivalenz der Schwaben (das Land Baden-Württemberg wirbt mit dem Slogan ›Wir können alles. Außer Hochdeutsch.‹) macht Stuttgart zum idealen Pflaster für den psychologisch fundierten Kriminalroman.«

Silvija Hinzmann stammt ursprünglich aus Kroatien. Als Kind kam sie nach Stuttgart, wo sie noch heute mit Mann und zwei Kindern lebt. Sie ist seit elf Jahren als Übersetzerin und Dolmetscherin selbständig tätig. Sie ist Mitglied der Sisters in Crime. Von ihr wurden u.a. Kurzgeschichten »Begegnung in der Karlspassage« in Frauen morden sanfter, »Der Kinderfreund« in 24.12., »Der Tanz der Feen« in Lichtgeschichten (alle 2003) und »Vergissmeinnicht« in Die allerletzte Diät (2004). Mehr Informationen auf www.s.hinzmann.de.vu.
An den Schwaben schätzt Silvija Hinzmann besonders, wie gut sich ihre südländische Spontaneität mit der schwäbischen Zurückhaltung verbinden lässt. Bei gutem Essen und einem Gläsle Trollinger verschwinden Probleme fast von selbst. Sie ist den Reizen des Schwabenlandes und der aufrichtigen Freundschaft einzelner »Ureinwohner« seit langem erlegen und fühlt sich in der gemütlichsten Großstadt Deutschlands »oifach sauwohl«.

Anja Kemmerzell, geborene Böblingerin, studierte Germanistik und Politikwissenschaften in Marburg und Hamburg. Während und nach ihrem Studium arbeitete sie als freie Redakteurin und Autorin für verschiedene Verlage sowie die Nachrichtenredaktion des NDR Fernsehens. Als fest angestellte Lektorin verlagerte sie 1999 ihren Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendliteratur und arbeitete in Verlagen in Hamburg und München. Seit 2002 lebt sie wieder nahe ihres Geburtsortes und ist für einen Stuttgarter Verlag als Lektorin tätig. Zusammen mit Else Laudan hat sie bei Ariadne den Krimischreib-Leitfaden Das Wort zum Mord (1999, 2004) veröffentlicht. »Happy Travel« ist Anja Kemmerzells erste Krimikurzgeschichte.

Renate Klöppel, geboren in Hannover, Ärztin für Kinderheilkunde, lebt seit mehr als zwanzig Jahren mit ihrem Mann im schwäbischen Teil von Villingen-Schwenningen und arbeitet in der Doppelstadt an einer Erziehungsberatungsstelle und einer Schule für Körperbehinderte. Als Vierzigjährige studierte sie an der staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen mit Abschluss als Diplommusiklehrerin. Seit 1985 gibt sie als Cembalistin Konzerte mit dem Villinger Barockensemble. Schon seit ihrem zweiten Studiensemester ist sie Dozentin an der Musikhochschule Trossingen und zurzeit Gastdozentin an der Musikhochschule Stuttgart. Sie ist Mitglied der Sisters in Crime. Neben Sachbüchern veröffentlichte Renate Klöppel zwei Krimis: Der Mäusemörder (2001) und Die Tote vom Turm (2002), diesen folgte der literarische Roman Der Pass, ebenfalls im Jahr 2002. Ihr neues Buch, Die Schattenseite des Mondes. Ein Leben mit Schizophrenie, erscheint im Dezember 2004.

Katrin Kremmler, geboren in Stuttgart, aufgewachsen in Oberschwaben, Grundstudium in Tübingen, danach Flucht nach Berlin. Die Cartoonistin und Ethnologin absolvierte 2002 am Sydney College of the Arts ihren Master of Multimedia Design, lebt seither in Budapest und arbeitet an diversen Projekten. Ihre Krimis um Globetrotterin Gabriella Müller, die weltweit Gesetze, Herzen und Tabus bricht, genießen Kultstatus (Blaubarts Handy, 2001, Die Sirenen von Coogee Beach, 2003). Im Herbst 2004 erscheint neu bei Ariadne ihr aktuelles Buch, Pannonias Gral, ein multimedialer Krimi mit CD-Rom.

Tatjana Kruse ist Gesinnungsschwäbin. Sie lebt und meuchelt (nur auf dem Papier) in Stuttgart. Neben zahlreichen Kurzkrimis veröffentlichte sie Die Wuchtbrumme (2000), Achtung: Wuchtbrumme (2001), Die Wuchtbrumme kehrt zurück (2002) und zuletzt Wuchtbrummenalarm (2003). Für »Cool-Man schlägt zu« (erschienen in der Anthologie Der Mörder kommt auf sanften Pfoten) erhielt sie 1996 den Marlowe-Preis für den besten deutschen Kurzkrimi. Sie ist Mitglied der Sisters in Crime und im Syndikat. Mehr Informationen finden Sie auf: www.TatjanaKruse.de.

Christine Lehmann, geboren in Genf, lebt seit ihrem vierten Lebensjahr in Stuttgart. Manchmal fühlt sie sich immer noch wie eine Reigschmeckte, aber eine, die auf den Geschmack gekommen ist. Aus Überzeugung Stuttgarterin, studierte sie an der Stuttgarter Universität Germanistik und Kunstgeschichte und wurde Nachrichten- und Politikredakteurin beim damaligen SDR, dem heutigen SWR. In ihrem ersten Krimi, Kynopolis, rennen Hunde die Hasenbergsteige rauf und runter, ihre kultverdächtigen drei Lisa-Nerz-Krimis spielen am Feuersee, beim alten Schlachthof und am Albtrauf. Außerdem veröffentliche Christine Lehmann etliche Krimikurzgeschichten und drei Romane, die sie Soft-Krimis nennt, zuletzt Die Racheengel (2003). Der Roman Der Bernsteinfischer wurde mit Heiner Lauterbach in der Hauptrolle verfilmt.

Verena Mahlow, geboren im Hunsrück, studierte Germanistik, Italienisch und Amerikanistik in Mainz, promovierte über Claire Goll, lebte längere Zeit in Paris, Rom, in den USA, Sizilien und auf Ibiza. Sie verbrachte als Kind die Sommerferien meist im schwäbischen Binswangen bei Heilbronn und liebte damals besonders die »Weibertreu«-Burg. In ihrem Leben gab und gibt es zahlreiche verwandtschaftliche– und zeitweise auch beziehungstechnische– Connections zu Göppingen, Ludwigsburg und Reutlingen. Sie arbeitete als Journalistin und Werbetexterin, sie lehrte als assistant teacher (am Middlebury College, VT.) und als lettrice (Universität von Messina). Für ihren Roman Ein Mann für den Dreizehnten wurde sie 1996 mit dem 1. Preis des Frauengeschichten-Wettbewerbs des Lübbe-Verlags ausgezeichnet, sie hat etliche Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht. Verena Mahlow arbeitet heute als Schriftstellerin und Übersetzerin, sie lebt in erster Linie vom Drehbuchschreiben fürs Fernsehen.

Petra Pfänder, geboren und aufgewachsen in Dortmund, wird ihre Leidenschaft für den schwäbischen Wein noch dieses Jahr nach Baden-Württemberg, nämlich nach Mannheim, verschlagen. Nach einer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau studierte sie Film-, Fernseh- und Theaterwissenschaften und Germanistik und absolvierte eine Fachausbildung zur Journalistin für Pressestellen. Heute arbeitet sie als freie Journalistin für Print, TV und Hörfunk. Ihr erster Krimi Die blaue Katze erschien 2003 bei Ariadne.

Britt Reißmann, geboren in Naumburg/Saale, lebt mit Mann, Tochter und vier Haustieren in Stuttgart. Nach einer Ausbildung zur Intarsienschneiderin und einer weiteren als Sängerin verschlug es sie nach der Wiedervereinigung nach Stuttgart, wo sie nach einem Zwischenstopp im Hotelservice als Angestellte zur Mordkommission Stuttgart kam. Hier findet sie das perfekte Umfeld für Inspirationen zu ihren Kurzkrimis und hat Gelegenheit, die kriminellen Neigungen und andere Eigenschaften der Schwaben ausgiebig zu studieren. Ihr Fazit: Schwäbische Nachbarn sind die aufmerksamsten der Welt; sie beobachten alles, melden der Polizei sogar, wenn jemand am heiligen Sonntag Wäsche aufhängt, und tragen somit erheblich zur Verbrechensaufklärung bei. Britt Reißmann ist eine unheilbare Leseratte und Mitglied bei den Sisters in Crime. Unter anderem sind von ihr erschienen: »Toscana culinaria oder Das Schweigen der Hühner« in Mord à la carte, »König für einen Tag« in 24.12. (beide 2003), »Wein, Weib und Gesang« in Die allerletzte Diät und »Im Strafraum« in Tore,Punkte, Leidenschaft (beide 2004).

Gudrun Weitbrecht, geboren in Hessen, aufgewachsen im Rheinland, lebt seit dreißig Jahren in Stuttgart, davon zwanzig mit schwäbischem Mann und Sohn in Stuttgart-Feuerbach. Nach einer Tätigkeit in einem medizinischen Beruf folgten mehrmonatige Sprachaufenthalte in Spanien und Mexiko. Sie schreibt seit vier Jahren Kurzkrimis und Kurzprosa und ist freie Fachautorin einer Automobilzeitschrift. Zuletzt erschien von ihr »Minne, Rache und Tod« in Tödliche Touren (2003) und »Flammen« in Flossen höher (2004). Obwohl »reigschmeckt«, ist Gudrun Weitbrecht überzeugte Stuttgarterin, nicht zuletzt wegen des zuerst meist zögerlichen, dann aber herzlichen Miteinanders, das so typisch für die Schwaben ist.

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