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Marion Foster
Wenn die grauen Falter fliegen
Ariadne Krimi 1002
ISBN 978-3-88619-503-9

   

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(jederzeit widerrufbar)

Gerichtskrimi: Ariadnes erster Kult-Hit

Wer hat die schöne Marcie Denton grässlich misshandelt und ermordet?
Polizei und Gerichtsbarkeit der kanadischen Kleinstadt Spruce Falls wollen ein Exempel statuieren und handeln schnell. Die Journalistin Leslie Taylor wird verhört, verhaftet und angeklagt. Doch Marcies Ehemann will ganz sichergehen und zieht Harriet Fordham-Croft hinzu, eine berühmte Staranwältin aus Toronto. Harriet wiederum schätzt es nicht, manipuliert zu werden. Sie will die Wahrheit wissen – um jeden Preis …


Presse:

»Über den Geschehnissen der spannenden Story liegt ein sensibler, fast romantischer Zauber. Ein packender Gerichtskrimi.« Brigitte

»Verschlungen und nach mehr gelechzt!« Emma

»In bester Perry-Mason-Manier, nur eben ein bisschen anders.« FAZ

 

Anmerkung der Verlegerin:

Dieses Buch ist ein Meilenstein der kulturellen Veränderungen durch die Frauenbewegung, ein Prototyp des feministischen Krimis, wie er in den späten 1980er Jahren entstand: als von charismatischen Frauen bevölkertes, leuchtend utopisches Gegenstück zum dominant männlichen Genre-Standard.

Die 1988 gegründeten Ariadne-Krimireihe hatte Wenn die grauen Falter fliegen im Startpaket. Herausgeberin Frigga Haug reflektierte: »Manche feministischen Krimis arbeiten mit einer einfachen Umkehrung. Wo Schwäche war und Unterwerfung, sind Stärke und Eingriffsmöglichkeit. Auch Liebesbeziehungen zwischen Frauen sind alltäglich, stärkend, notwendig.« Und jenseits des Atlantik schrieb die Historikerin Heather Murray: »Für das kritisch-schöpferische feministische Projekt ist die Übernahme der ›populären‹ Kultur ebenso wichtig wie die Erschließung der traditionellen Hochliteratur. Das Triviale (nicht zufällig oft von und für Frauen geschrieben) wird re-evaluiert, umgedeutet und in Form antisexistischer (antirassistischer, antiheteronormativer) Unterhaltungslektüre neu erschaffen. Marion Fosters Wenn die grauen Falter fliegen besetzt das klassische Gerichtsdrama und den Kriminalroman weiblich und lesbisch. Es ist die Geschichte einer Frau, die vordergründig unter Mordverdacht steht, sich jedoch eigentlich für ihre Sexualität und Lebensweise verantworten muss. Die Erzählweise ist knackig, rasant und actionreich, die forensischen und juristischen Details überzeugend, und die Romanze zwischen den Protagonistinnen bildet den Parallelplot, wobei die Enthüllung der ›Wahrheit‹ vor Gericht mit persönlichen Coming-out-Prozessen untermalt ist. Genretypisch wird die Leserin durch die Herstellung von Gerechtigkeit auf den letzten Seiten und den ultimativen Triumph von Vernunft und Moral befriedigt. So bietet das Genre Autorinnen eine Plattform für populäre Unterhaltung und feministische Ethik zugleich.« (Canadian Literature #124-125, S. 363).

Die Grauen Falter wurden in Deutschland ein Riesenerfolg, Ariadne-Leserinnen liebten das Buch, es war auf Anhieb das bestverkaufte und blieb dies jahrelang. Literaturkritiker taten sich teilweise schwerer, so stand im Mannheimer Morgen: »Das Böse ist hier allemal daran zu erkennen, dass es Hosen trägt und sich rasiert«, während die (keineswegs als feministisches Kampfblatt bekannte) Brigitte schwärmte: »Über den Geschehnissen der spannenden Story liegt ein sensibler, fast romantischer Zauber. Kein Mann kann weibliche Kraft, aber auch dieses verdammte Gefühl permanenter Unterlegenheit so vermitteln, wie es hier geschieht!«

Und wer war die Verfasserin, diese Pionierin des feministischen Krimis? Hinter dem Pseudonym Marion Foster steckte die kanadische Print- und Rundfunkjournalistin Shirley Shea. Die 1924 geborene Redakteurin lebte von ihrer Jugend an bis 1986 in Toronto, wo sie bei verschiedenen Zeitungen und Radiosendern tätig war. Sie erhielt etliche Auszeichnungen für ihre Rundfunkarbeit, darunter den Alberta Canadian Women's Press Club Award for News. 1986 zog sie mit ihrer Lebensgefährtin nach Chatsworth, ein kleines Dorf im nördlichen Ontario, wo sie all ihre Krimis und Thriller schrieb und bis zu ihrem Tod 1997 ein erfülltes, friedliches Leben führte. Noch 1992 kam sie auf Lesetournee nach Deutschland und gab mir  in Hamburg ein kurzes Interview, das am Ende dieses Buches abgedruckt ist. Sie wäre heute 89 Jahre alt. Dass Ariadne jetzt schon 25 ist, verdanken wir auch ihr.
-- Else Laudan


   
     
     
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